Verleihung des Marion-Samuel-Preises 2026 an Susanne Siegert
Unter der Schirmherrschaft der Stadt Augsburg wird der Marion-Samuel-Preis 2026 an Susanne Siegert verliehen.
Susanne Siegert ist Journalistin und Content Creatorin (@keine.erinnerungskultur), die Gedenken neu denkt. In ihren Kurzvideos auf Instagram und TikTok konfrontiert sie die Social-Media- Community mit deutscher NS-Geschichte und erreicht mit ihrem Profil-Motto „was du in der Schule NICHT über Nazi-Verbrechen lernst“ Hunderttausende.
Neugierig, emphatisch und zugleich schonungslos – Susanne Siegert deckt auf, erforscht, und stellt dabei die Frage, was Erinnerungskultur heute ausmacht.
In einer Zeit, in der die Erinnerung an die deutsche NS-Geschichte zu verblassen droht, steuert die Autorin und Aktivistin dagegen: weg von Ritualen und dem distanzierten Blick von außen, hin zum Konkreten und der eigenen Geschichte.
Sie zeigt mit ihrer Arbeit auf eindringliche Weise, dass Erinnerung niemals aufhört, und Geschichte immer wieder neu entdeckt werden muss.
Preisverleihung am 11. Mai 2026
Die Verleihung findet am Montag, den 11. Mai 2026, um 19 Uhr im Erinnerungs- und Lernort „Halle 116“ statt.
Mit der Preisverleihung wird zugleich die 4. Schotte des Erinnerungs- und Lernorts „Halle 116“ eröffnet, die künftig für Vorträge und Wechselausstellungen genutzt werden soll.
Vor der Preisverleihung besteht ab 17:30 Uhr die Möglichkeit, die Dauerausstellung in der „Halle 116“ zu besichtigen. Für Erläuterungen zur Geschichte des ehem. Außenlagers des KZ Dachau stehen Geschichtsvermittlerinnen und -vermittler bereit.
Der Erinnerungs- und Lernort „Halle 116“ befindet sich in der Karl-Nolan-Straße 2 in Augsburg-Pfersee. Parkplätze sind vor Ort vorhanden. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen Sie die Linie 42 (Haltestelle Halle 116 / Pröllstraße) oder die Tram Linie 6 (Ausstieg Bürgermeister-Bohl-Straße oder Westfriedhof).
Der Marion-Samuel-Preis
Seit 1999 verleiht die Stiftung Erinnerung den Marion-Samuel-Preis an Personen, die sich um Erinnerungsarbeit verdient machen und dadurch dazu beitragen, dass Verbrechen wie jene in der Zeit des Nationalsozialismus nie wieder geschehen.
Marion Samuel wurde am 27. Juli 1931 in Arnswalde (Brandenburg) geboren. Sie wurde am 3. März 1943 nach Auschwitz deportiert und wurde dort ermordet. Götz Aly, der Preisträger des Jahres 2003, recherchierte das Schicksal des jüdischen Mädchens und erzählt seine Geschichte in seinem Buch „Eine von so vielen“. Die Stiftung möchte an Marion Samuel erinnern und an die unzähligen Menschen, die ihr Schicksal teilten.
Bisherige Preisträger:innen
- 2025 Der Volksverpetzer
- 2024 Daniel Barenboim
- 2022 Malte Ludin
- 2021 Angela Bachmeier
- 2019 Ernst W. Klein
- 2018 Dokumentarfilmgruppe Rothenburg
- 2017 KONTAKTE-KOHTAKTbI
- 2016 Vladimir Danovsky
- 2015 Wolf Biermann
- 2014 Barbara Fenner
- 2012 Beate Lehr-Metzger
- 2011 Carl Hanser Verlag
- 2010 Robert Domes
- 2009 Georg-Elser-Initiative München
- 2008 Ingeborg Hecht-Studniczka
- 2007 Imre Kertész
- 2006 Michael von Cranach
- 2005 Michael Verhoeven
- 2004 Wolfgang Palm
- 2003 Götz Aly
- 2002 Volker Issmer
- 2001 Aktion Sühnezeichen
- 2000 Gerhard Hoch
- 1999 Raul Hilberg
Die Stiftung Erinnerung
Die Stiftung Erinnerung möchte dazu beitragen, dass Verbrechen wie in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland, nie wieder geschehen.
Die Stiftung fördert daher zum einen Institutionen und Personen, die sich gegen das Vergessen, Verdrängen und Relativieren der in der NS-Zeit begangenen Verbrechen wenden und die wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Zeit voranbringen, sowie außerdem Projekte gegen Antisemitismus, Diskriminierung und Rechtsextremismus in der Gegenwart.